Hallo Leute,
beruflich bin ich voll im Einsatz, so dass die Zeit knapp ist.
Eine Antwort zu den Einwänden von Tamara soll doch noch folgen.
Wer sich nur mit Wirkungsgraden beschäftigt, verliert leicht die Gesamtheit aus den Augen.
Beispiel:
Ein BHKW erreicht Wirkungsgrade mit der Wärmenutzung von vielleicht 90 %.
Ein Brennwertkessel erreicht Wirkungsgrade von 106-111 %.
Also müssen BHKW durch Brennwertkessel ersetzt werden. -Ist das der richtige Schluss?-
Natürlich hat eine Wärmepumpe auch Wirkungsgrade. Die spielen eine Rolle, wenn solche Anlagen optimiert werden sollen.
Für den Einsatz einer Wärmepumpe ist die Leistungszahl bzw. die Jahresarbeitszahl wichtig, nicht die Wirkungsgrade.
Eine Wärmepumpe ist kein Energieumsetzer wie ein Kessel bzw. BHKW, sondern ein Energieaufbereiter. D. h. eine WP bereitet nicht nutzbare Umweltwä
rme (z. B. Brunnenwasser mit 12°) in nutzbare Heizwä
rme auf (für Fußbodenheizung 40°).
Meine von mir gebaute WP mit 30 Jahren Betriebszeit hat eine Leistungszahl von ca. 4.
Die neue WP kommt unter diesen optimalen Bedingungen auf ein Jahresarbeitszahl von 5.
D. h. 1 kWh Elektro liefern 5 kWh (nicht erzeugen) Wä
rme.
25.000 kWh/a Heizenergie werden mit 5.000 kWh/a Endenergie gedeckt.
Meine Photovoltaikanlage liefert ca. 10,000 kWh im Jahr.
Zu der genannten Heizenergie trägt auch eine Thermosolaranlage bei. Der Beitrag ist begrenzt durch die Anlagengröße. Dazu gehören 7,5 m2 Flachkollektor, 500 l Speicher mit ca. 23 kWh Speichervermögen und ein Estrichspeicher (Fußbodenheizung) mit 27 kWh Speichervermögen.
Diese Anlage ist in der Lage ohne weitere Zuheizung Warmwasser und Heizwä
rme für die Monate Anfang Mai bis Ende Oktober zu decken. Standby Verluste von Kessel oder WP entfallen. So wird das schon seit über 5 Jahren praktiziert.
Eine komplette Wärmeversorgung für das Haus mit Thermosolar erfordert einen Speicher von über 200 m3, der auf bis zu 80 ° erwärmt werden muß.
Die Kollektoren haben auch einen nennenswerten Wirkungsgrad, von den Speicherverlusten ganz abgesehen. Der Speicher muß auch so gestaltet werden, dass eine Schichtung entstehen kann.
Steffen kann sicher Auskunft geben, ob er seinen Speicher auf Temperatur bringt.
Daran sieht man, der Weg ein Haus Baujahr 1905 zum Nullenergiehaus zu machen, geht nicht über Thermosolar und Speicher.
Allenfalls bei Niedrigenergiehäusern kommt man in handhabbare Größenordnungen.
Die Zustrahlung von Solarenergie im Vergleich zu unserem Bedarf ist ∞ (unendlich).
Wirkungsgrade sind bei der Nutzung der Solarenergie nicht vorrangig.
Das sieht beim Verbrauch endlicher Fossilenergie ganz anders aus, aber gerade da wird verschwendet.
mit sonnigen Grüßen
Hartmut