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Autor Thema: Motorölzentrifugen für Pflanzenöle und Fette zum Reinigen geeignet?  (Gelesen 2979 mal)
Ölkonrad
Pöler
*
Beiträge: 1799


« am: September 07, 2011, 19:33 Uhr »

Hallo,

Ein Erfahrungsbericht vom 7. Neukirchen-Vluyner
Pölertreffen. Fotos dazu sind in der Galerie.

Motorölzentrifugen (kurz Zentri) werden zum
Reinigen von Motoröl benutzt. Sie werden durch den
Motoröldruck angetrieben. In der Zentri sitzt der
Rotor. Dieser hat in der Regel 2 Düsen. Durch
diese Düsen muß das Motoröl. Bedingt durch den
Rückstoß, wird der Rotor in Rotation versetzt. Die
Drehgeschwindigkeit kann ca. 7000-8000 n/min
erreichen. Durch die hohe Geschwindigkeit, bleiben
Partikel, welcher schwerer als Motoröl sind an der
Wand des Rotors "kleben".

Bei Pflanzenölen und Fetten wird der Rotor i. d.
R. durch den Druck mit einer Zahnradpumpe
angetrieben. Das Medium sollte vor dem
zentrifugieren grob (100 --200 Müh) vorgefiltert
werden, damit sich die Düsen nicht mit Brösel
zusetzen können. Wichtig ist, d----200ass von der
Pumpe zur Zentri nur Hydraulikschläuche oder
Panzerschläuche Verwendung finden.
Schlauchschellen haben da nichts zu suchen.

Es gibt Zuhauf abgerutschte Leitungen von
Pölzentris, welche mit Schlauchschellen befestigt
waren. Die Sauereien kann man sich vorstellen.

Der Druck der Zahnradpumpe sollte zwischen 6 und 7
bar sein. Höherer Druck kann die Lagerung des
Rotors zerstören. Bei zu niedrigem Druck dreht der
Rotor nicht schnell genug und es kann keine
saubere Abscheidung stattfinden. Zu hoher Druck
sollte durch ein Bypassventil(Kugelhahn) reguliert
werden, so daß der Überschuß wieder ins Fass geht.
Man kann auch einen KGR bauen.

Das Medium (Pöl/Fett) sollte eine
Mindesttemperatur von 60°-70° haben, da sonst der
Rotor sich nicht richtig drehen kann. Ab 80° kann
eine vernünftige Abscheidung stattfinden. Dann ist
die Viskosität so, dass sich Partikel leichter
abscheiden. Ab ca. 105°-110° kann auch Wasser
verdampfen . Pro Liter Medium (PÖL) bei 80°C dauert
die Reinigung 1 Minute. Bei einem heißeren Medium bleibt
die Zeit gleich.

Das Aufheizen kann verschieden gelöst werden.
Elektrische Heizungen, Gas Hockerkocher unter dem
Fass, entfernbares Holzfeuer unter dem Fass.
Unbeobachtet darf so etwas mit offenem Feuer nicht
laufen.

Ca. 200Ltr. Pöl können in einem Durchgang gemacht
werden. Danach sollte die Zentri sauber gemacht
werden. Normale Pölqualität hat dann einen Belag
von 0,2-2mm.

Zentris haben den Vorteil, dass neben Wasser,
Emulgatoren, Essigsäuren oder Ameisensäuren sowie
natürlich Schmutz aus dem Pöl entfernt werden.
Partikel, welche leichter als Pöl sind, können
anschließend mit einem üblichen Kraftstofffilter
ausgefiltert werden. Diese sehe ich aufgrund ihrer
Dichte nicht als "gefährlich" an. Der braune
Schmodder auf den Metallteilen(Filter,etc.) gibt
es bei sorgfältig zentrifugiertem Pöl nicht.

So, das war es
Gruss
Konrad
NÖli
Pöler
*
Beiträge: 128


« Antworten #1 am: September 07, 2011, 20:02 Uhr »

Servus Ölkonrad,

herzlichen Dank für die Zusammenfassung der Experimente auf euren Neukirchen-Vluyner Pölertreffen!
Auf den Text zu den Bildern von den tollen Zentrifugen http://www.fmpo.de/mgalle.../?sa=album;id=60;start=21 habe ich schon gewartet wie der Hund auf sein Leckerli.  Laughing

Es wäre auch noch schön, wenn sich Teilnehmer vom Pölertreffen hier anschließen würden und ihre Eindrücke und Überlegungen zum Zentrifugieren und zu den unterschiedlichen Modellen kundgeben würde.
Die Technik bleibt ja nicht steh sondern entwickelt sich weiter und da wären auch die Überlegungen derer interessant, die bis jetzt noch filtern.

MfG
NÖli
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