Moin.
Dieser mit ein paar Suchbegriffen gespickte Beitrag ist im Grunde fürs Archiv, also für den Fall, dass mal jemand aus der BMW-Fraktion bei gleichen oder ähnlichen Problemen die Suchfunktion bemüht.

Exakt mit dem Erreichen von 450.000 km Gesamtfahrleistung (die Einfahrzeit ist jetzt also endlich vorbei!

) wurden am Dienstag diverse Zimperlein meines BMW abgestellt, die ihre Ursache in einem verschlissenen Mengenstellwerk (MSW) der
ESP hatten. Die Probleme stellten sich wie folgt dar:
- Besonders bei niedrigen Temperaturen zwar sofortiges Anspringen des Motors, aber danach zunächst keinerlei Reaktion auf Gaspedal-Betätigung und sehr unrunder sowie stark räuchernder Leerlauf, teilweise auch Absterben des Motors
- Zeitweise keine Gasannahme nach Schiebebetrieb, erst wieder nach Aus- und Einkuppeln (Betätigung des Kupplungspedalschalters)
- Gelegentliches Hängenbleiben der Drehzahl bei ca. 2.000 min-1 mit sehr unruhigem Lauf und Räuchern nach Schiebebetrieb oder Hochbeschleunigen des Motors
- Leistungsmangel im oberen Drehzahlbereich (besonders tragisch
) - Sporadischer, mehrere Sekunden andauernder Leistungsabfall bei längerem Volllastbetrieb (Verbrauchsanzeige fällt dabei von 18 l/100 km auf ~10 l/100 km ab)
Da ich noch eine Reserve-
ESP von meinem ersten BMW hatte, dessen erster Motor an einem Steuerkettenriss verendete, sollte diese nun in den Silberfisch einziehen. Dabei handelt es sich um eine 0 460 406 993 mit 68 mm Einpassdurchmesser, mit denen M51D25-Motoren im E34 in den Jahren 1994 und 1995 ausgestattet wurden. Bisher war jedoch eine 0 460 406 995 mit 50 mm Einpassdurchmesser in Verwendung. Glücklicherweise habe ich einen Motor der zweiten Generation, der ein geschraubtes
ESP-Lagerschild hat. Hier können sowohl Pumpen mit 68 mm, als auch 50 mm Einpassdurchmesser montiert werden, wobei nur jeweils ein entsprechender Reduzierring 50/68 mm eingesetzt bzw. weggelassen werden muss. Entgegen anders lautender Gerüchte sind die MSWe der beiden Pumpentypen identisch, es gibt also keinerlei Komplikationen mit der DDE. Die einzigen Voraussetzungen für die Tauschbarkeit sind also das Vorhandensein eines geschraubten Lagerschildes (das angegossene Lagerschild hat
immer 50 mm Durchmesser!) und die Bedingung, dass im Fahrzeug keine HDK-Pumpe (0 460 406 994) mit entsprechender DDE vorgesehen ist.
Vor Einbau der "neuen" Pumpe, die vor 3 Jahren bereits generalüberholt wurde, kam sie noch einmal beim
freundlichen Bosch-Dienst auf den Prüfstand, wo auch die Fördermenge auf die obere Toleranzgrenze nachjustiert wurde. Der statische Förderbeginn wurde auf 0,97 mm nach
UT eingestellt, der Serienwert liegt bei 0,95 mm bei neuer und 0,93 mm bei eingefahrener Kette.
Im gleichen Atemzug wurden auch die Düsen getauscht, wahrscheinlich ohne dass es zwingend erforderlich gewesen wäre. Aber wenn die Saugbrücke einmal runter ist...! Nun werkeln Motopal-DN0SD300 von
Wolfi in auf 170 bar
DÖD (Serie 150 bar) eingestellten Haltern.
Als Ergebnis der Aktion kann festgestellt werden, dass der Dicke rennt wie nie zuvor. Durch die sehr hoch justierte Fördermenge ist ein leicht verzögertes Abtouren des Motors festzustellen, daran gewöhnt man sich aber schnell. Ansonsten kein Geruckel oder sonstiges Gezicke mehr, hervorragendes Startverhalten und das Auto weiß jetzt noch besser, wo vorne ist...nach dort hat es einen nie dagewesen ungestümen Drang.

Blau-weiße Grüße
Sam