Bioethanol - von E10 bis E85

E10 tanken oder doch lieber normal Super weiter verwenden?
Was ist E10? Schadet es meinem Fahrzeug?
Wenn das funktioniert warum dann nicht mehr Bioethanol beimischen oder direkt E85 tanken.

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Autor Thema: Auswirkungen von Ethanolproduktion auf Umwelt?  (Gelesen 5178 mal)
SeveQ
Gast
« am: Juni 29, 2007, 11:58 Uhr »

Hi Leute,
mal so als denkwürdiges Gegenargument zum Thema Ethanol oder allgemein Alkohol als Alternative zu Bezin...
Okay, es mag umweltfreundlich sein, damit zu fahren. Es mag auch umweltfreundlich herzustellen sein, aber wenn es sich erstmal etablier und die Nachfrage nach Alkohol für den Fahrbetrieb steigt, braucht es Rohstoffe zur Herstellung des selbigen. Und die müssen angebaut werden. Baut man sie auf vorhandenen Ackerflächen an bzw. nutzt man vorhandene Rohstoffe zur Herstellung, kürzt das den Vorrat für andere Zwecke (Nahrungsmittel) ein und führt unter Umständen zu mehr Hunger in der Welt. Um neues Ackerland zu gewinnen, muss etwas anderes dafür weichen. Und was wird das sein? Ich tippe mal auf die Regenwälder, die aus anderen Gründen ohnehin schon gerodet werden.
Was meint ihr zu dieser Theorie? Konstruktive Gegenargumente?
Danke
Grüße,
Hendrik
RT-andreas
Gast
« Antworten #1 am: Juni 29, 2007, 23:51 Uhr »

Hallo Hendrik,

sicher werden bestimmt für Bioalkohol aus Zuckerrohr oder Biopiesel aus Ölpalmen noch naturnahe Flächen "industriealisiert". Das ist aber unseren (berliner) Leuten egal, hier ist es eben ÖKO und damit basta!
Anders sieht es beim EInsatz von Getreide und Mais aus. Seit Jahrzehnten werden die Überschüsse unserer US/EG Produktion auf dem Weltmarkt verramscht, der Rest als "Hilfe" über Hilfsorganisationen wie Rotes DIngens... verteilt auch wenn es nicht unbedingt nötig wäre (Siehe aktuell Afganistan, die Bauern verdienen am Getreide nixmehr, bauen daher Mohn=Opium für die Talibanfinanzierung an). Gerade in Afrika wandern/ten viele Bauern in Städte ab weil ihre traditionellen, dem Klima angepassten Pflanzen kein Geld mehr abwerfen eben wegen der unsrigen Billigexporte an Getreide. Steigt der Weltmarktpreis für Getreide durch Bioethanol an haben diese Leute zumindest ne Chance auch wieder auf den Markt zu kommen.
In Ländern wie Zimbabwe, das unter weißer Herrschaft als Rhodesien noch Mais exportiert hat und nun fast alles importiert, müssen dann die Regierungsverantwortlichen wohl oder übel auch mal Reformen angehen und ihre Günstlingswirtschaft überdenken. Ändern sie nix, müssen sie am Ende selbst arbeiten weil keiner mehr da ist... so oder so es gibt auch Licht im neben dem Schatten.
Was mich an BIO, egal welcher Art stört ist eigentlich die Verschwendung die damit einhergeht. Einjährige Pflanzen sind momentan Haupterzeuger für Öl, Zucker Stärke. Davon wird nur der geringste Teil als "Ertrag" genutzt, Stroh, Stengel, Schoten... bleiben einfach auf dem Feld liegen. Bei Zuckerrohr nutzen sie wenigstens noch den Brennwert der ausgepressten Stängel zum destillieren, aber auch da bleibt viel Energie auf dem Feld zum verrotten.
Gruß
Andi
ravo
Gast
« Antworten #2 am: Juli 06, 2007, 11:05 Uhr »

> .... Stroh, Stengel, Schoten... bleiben einfach auf dem Feld liegen.....
... dort würden sie verrotten und dabei wiederum CO2 an die Athmosphäre abgeben.

> Bei Zuckerrohr nutzen sie wenigstens noch den Brennwert der ausgepressten
> Stängel zum Destillieren, aber auch da bleibt viel Energie auf dem Feld zum
> verrotten.
Hallo Andi,
ich komme dann, um das Zeug zusammenzurechen
und über einen Biogasreaktor Strom zu erzeugen:
http://www.google.de/sear...Suche&meta=cr%3DcountryDE
Da liegt das Geld auf den Feldern, man muss es nur aufheben.
Gruß
ravo
michael
Gast
« Antworten #3 am: Juli 11, 2007, 22:18 Uhr »

... ich denke, genau das ist der richtige Weg: Reste, Abfälle, Überbestände zu Alkohol-Treibstoff zu machen.
Momentan läuft es leider in eine andere Richtung. In Mexiko sind die Brotpreise bereits gestiegen, weil die Amis das ganze Getreide aufkaufen, um ihre Autos damit zu betanken, und in Brasilien, wo Alkohol schon seit Mitte der Siebziger als Auto-Treibstoff genutzt wird, führt der massenhafte Anbau von Zuckkerrohr in Monokultur zu ganz massiven Umweltproblemen. Denn Zuckerrohr ist wie übrigens Mais auch richtig schlecht für die Böden. Es laugt sie aus, und der Bedarf an Kunstdünger steigt und steigt. Also nix mit Bio.
Das ganze ist komplizierter als man denkt, und der einzig richtige Weg wäre die Destillation von Überproduktionen und Abfällen.


-
Heinz
Gast
« Antworten #4 am: Juli 20, 2007, 10:41 Uhr »

Frag mal die Cropenergies oder lies mal auf deren Webseite nach. Bei uns hierzulande werden Brachflächen oder Agrarüberschüsse verwendet.
http://www.cropenergies.com/de/Home/
Nutzer
Gast
« Antworten #5 am: August 02, 2007, 15:08 Uhr »

>... ich denke, genau das ist der richtige Weg: Reste, Abfälle, Überbestände zu Alkohol-Treibstoff zu machen.
>Momentan läuft es leider in eine andere Richtung. In Mexiko sind die Brotpreise bereits gestiegen, weil die Amis das ganze Getreide aufkaufen, um ihre Autos damit zu betanken, und in Brasilien, wo Alkohol schon seit Mitte der Siebziger als Auto-Treibstoff genutzt wird, führt der massenhafte Anbau von Zuckkerrohr in Monokultur zu ganz massiven Umweltproblemen. Denn Zuckerrohr ist wie übrigens Mais auch richtig schlecht für die Böden. Es laugt sie aus, und der Bedarf an Kunstdünger steigt und steigt. Also nix mit Bio.
>Das ganze ist komplizierter als man denkt, und der einzig richtige Weg wäre die Destillation von Überproduktionen und Abfällen.
Hi solange wir keine ( reichweitentauglichen ) Elektrofahrzeuge haben werden wir wohl in Zukunft damit leben müssen , daß der Sprit immer mehr aus der Bioraffinerie und damit erstmal zumeist vom Acker kommt . Die ökologische Verträglichkeit kann man aber durch Biozertifikate beeinflussen .
N.
SeveQ
Gast
« Antworten #6 am: September 19, 2007, 12:55 Uhr »

>>... ich denke, genau das ist der richtige Weg: Reste, Abfälle, Überbestände zu Alkohol-Treibstoff zu machen.
>>Momentan läuft es leider in eine andere Richtung. In Mexiko sind die Brotpreise bereits gestiegen, weil die Amis das ganze Getreide aufkaufen, um ihre Autos damit zu betanken, und in Brasilien, wo Alkohol schon seit Mitte der Siebziger als Auto-Treibstoff genutzt wird, führt der massenhafte Anbau von Zuckkerrohr in Monokultur zu ganz massiven Umweltproblemen. Denn Zuckerrohr ist wie übrigens Mais auch richtig schlecht für die Böden. Es laugt sie aus, und der Bedarf an Kunstdünger steigt und steigt. Also nix mit Bio.
>>Das ganze ist komplizierter als man denkt, und der einzig richtige Weg wäre die Destillation von Überproduktionen und Abfällen.
>Hi solange wir keine ( reichweitentauglichen ) Elektrofahrzeuge haben werden wir wohl in Zukunft damit leben müssen , daß der Sprit immer mehr aus der Bioraffinerie und damit erstmal zumeist vom Acker kommt . Die ökologische Verträglichkeit kann man aber durch Biozertifikate beeinflussen .
>N.
Ehrlich gesagt, und da spreche ich wahrscheinlich für eine ganz große Gruppe der Autofahrer, will ich auch kein Elektroauto haben. Das Auto ist des Deutschen liebstes Kind. Wer es sich leisten kann, fährt eines mit mächtig Schub und tollem Sound. E-Autos bieten weder das eine, noch das andere. Okay, mächtig Schub lässt sich da sicherlich auch realisieren, aber der Sound bleibt auf der Strecke. Autofahren muss neben dem offensichtlich primären Vorteil der Mobilität auch Spaß machen. Und ein Auto, das man überhaupt nicht hört, finde ich, macht weniger Spaß, als eines, das in (un-)vernünftigem Maße nach Kraft klingt.
Dies mag kurzsichtig klingen, ist aber m.E. die Grundschwingung dessen, was die Kauflust der Deutschen auf dem Automarkt ausmacht. Sonst hätten sich Autos, wie der 3 Liter Lupo sicher nicht so schlecht verkauft. Es wären schon wesentlich mehr E-Autos auf Deutschlands Straßen unterwegs.
Darum werden sich reine E-Motoren wohl auch nicht gegen Verbrennungsmotoren durchsetzen.


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