Anfängerfragen

Pflanzenöl tanken hört sich technisch erst einmal schwierig an. Als Anfänger steht man vor vielen neuartigen Problemen die es zu lösen gilt.
Ist mein Fahrzeug geeignet dafür? Wo bekomme ich Pflanzenöl her? Was muß ich am Auto umbauen und welche Risiken gehe ich ein?
All das ist Thema in diesem Board. Stellt Eure Fragen und wir werden gemeinsam Antworten finden.

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Autor Thema: Vorstellung und Umrüstung Fiat Ducato 2.0JTD  (Gelesen 2141 mal)
cloosglc
Pöler
*
Beiträge: 3


« am: Januar 06, 2016, 18:14 Uhr »

Servus Leute, bin neu hier im Forum und möcht mich mit der pöl umrüstung ein bisschen beschäftigen.
Zu mir:
Ich bin der Flo, bin Metallermeister, bin 20Jahre und komm aus Niederbayern.
Habe nen guten Wissensstand im bereich von Motorrädern und ferner auch KFZ sodass es mir möglich ist, fast alle Reparaturen selbst durchzuführen, wenn das wissen nicht mehr reicht, ist mein stiefvater Kfz mechaniker.

Mein vorhaben:
Umrüstung auf pöl 2tank system in eigenregie

Weitere Informationen zum Auto und sonstiges
Fabrikat: Fiat Ducato 10 2.0 JTD
Bj: 2001
Laufleistung: 202000km
Ps: 84Ps
Einspritzsystem: CommonRail
Hochdruckpumpe von Bosch
Täglicher Fahrtweg: 100km kein Stadtverkehr, 40 km Autobahn, rest Landstraße
Verbrauch bei durchschnittlich 120kmh: 9,5-10l

Das Fahrzeug möcht ich noch gut 3 Jahre fahren und möcht an diesem ausprobieren wie sich pölen in Bezug auf den CommonRailer verhält um es in zukunft auf das nächste Auto zu übernehmen.

Bis jetzt hab ich schon einige Threads in bezug auf HDI, CDI, etc. Durchgelesen aber leider nichts über mögliche umbauten in bezug auf mein Ducato 2.0 JTD gefunden. Auch außerhalb des Forums hab ich mich ein bisschen erkundigt aber viel negative Beitrage außer nen möglichen Defekt von der Hochdruckpumpe hab ich nichts gefunden. Mein stiefvater empfiehlt es mir nicht, aber da ich ein bisschen sturr bin, lies ich mich von seinem Rat nicht abscheuen und wollte mehr Erfahrungen und meinungen einholen. Der kostenvergleich zwischen Diesel und Pöl möchte ich aussen vorlassen.

Nun ich hoffe ich habe alles gesagt und freue mich auf mögliche Beiträge.
Vielen Dank schon mal

Grüße aus niederbayern


waldi
Pöler
*
Beiträge: 738


« Antworten #1 am: Januar 06, 2016, 21:45 Uhr »

Servus Flo,

herzlich wilkommen im Forum. Das klingt ja mal nicht so schlecht. Mit dieser Einstellung und mit diesen Voraussetzungen schaffst Du das auch. Davon bin ich überzeugt.
Aber, mach's doch nicht so kompliziert.
Ich denke, Du hast verstanden, wie ein Zweitanksystem funktioniert. Ein CDI, DCI, HDI und wie auch immer funktioniert immer nach dem selben Prinzip. Railer ist Railer.
Stimmt natürlich nicht ganz, denn im Detail sind die Unterschied manchmal beträchtlich, aber das kann Dir hier wahrscheinlich keiner sagen, weil hier keiner genau so ein Auto fährt, wie Du es umrüsten möchtest. Macht aber nichts.
Fang einfach mal an. Bau den 2ten Tank ein, verlege die Leitungen, mach 'nen anständigen Halter für die Magnetventile und den Pölfilter und verkabele das Ganze entsprechend.
'n paar Kontrolleuchten für die Schaltzustände der MVs soltest Du Dir auch noch gönnen, und an geeigneter Stelle eine Temperaturüberwachung, oder 2, oder 3.
Eine Vorförderpumpe mit entspechender Förderleistung ist unabdingbar, schon gar, weil ich annehme, dass der Tank relativ weit weg von der Hochdruckpumpe seinen Platz finden wird.
Sowas wie 'ne Soganzeige kann man sich überlegen, um ein Filterdicht zu erkennen, je nach Konzept könnte es auch eine Differenzdruckanzeige werden. Wenn Du nur Frisches fahren willst, ist es nicht soo existentiell, wenn Du Altes aufbereiten willst, ist es ein Muss. Aber da konmmt noch die Kunst des Aufbereitens hinzu, was ich im ersten Ansatz eher hinten anstellen würde.
Sieh zu, dass der erstmal überhaupt anständig mit Pöl läuft, und Deine Umschaltmimik korrekt funktioniert!
Und vergiss nicht, 90% aller Probleme basieren auf Falschluft. Das sind die ersten Hürden, die Du nehmen musst.
Mit Deiner Ausbildung und dem Ehrgeiz sauber zu arbeiten kannst Du Problem zwar minimieren, aber bis so eine Anlage wirklich einwandfrei läuft, bist Du schon ein Jahr damit gefahren.
Das ist einfach so.
Wenn Du altes verfahren willst, würde ich Dir zu einem beheizten Tank vielleicht sogar einem SiS, also Schlauch in Schlauch-System raten. Der Aufwand ist um Potenzen größer, macht aber Sinn, wenn Du nicht irgendwann ein zweites Mal ran willst.
Eine gute Idee kann es auch sein, dass Du nach Fertigstellung des Umbaus einfach Diesel in den zweiten Tank kippst und damit testest.
Dass Pöl mitunter ein ganz anderes Verhalten al Diesel hat, ist kein Geheimnis und somit könnte man Deinem Schwiegervater durchaus beipflichten.
Es kommt halt auf die CR-Anlage selbst an, welche Zicken die machen könnte. Möglicherweise bekommst Du aufgrund der höheren Viskosität Probleme mit dem Raildruck, was zu verändertem Lauf-und Verbrauchsverhalten führen kann. AGR solltest Du zu machen, wenn Du Pech hast, motzt dann die Motorsteuerung und lässt sich nur noch zum Notlauf bewegen.
Vieleicht kann genau dieser Motor genau gar nicht mit Teillast und Stadtbetrieb umgehen. Möglich wäre es. Du würdest es an vermehrtem Blaurauch in diesen Betriebsphasen erkennen.
Am Anfang vieleicht nicht, mit zunehmender Zeit schon. Dann bliebe Dir nur zu hoffen, dass da nichts nachhaltig kaputt gegangen ist.
Ich, und das ist mittlerweile die Erkenntnis vieler, bin der Meinung, dass ein vernünftiges Pölen beim DI und speziell beim Railer nur mit entsprechender Anpassung der Kennfelder sinnvoll und nachhaltig machbar ist. Ich selbst fahre schon über 400 Tkm ohne eine Anpassung durch die Weltgeschichte. Es geht, ja. Aber es könnte besser gehen. Lehrgeld habe ich genug bezahlt.
Ansonsten würde ich Konrads Spruch bemühen.

Mach und berichte!

Da können wir alle von lernen.



Viel Erfolg und viele Grüße

Waldi
cloosglc
Pöler
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Beiträge: 3


« Antworten #2 am: Januar 07, 2016, 08:59 Uhr »

Servus Waldi,
Vielen Dank für die schnelle Antwort ujd guten erklärung
Ich will nur frisches pöl fahren und nicht aufbereiten.
Dass ich das öl vorheize, werde ich auf grund der höheren Viskosität sowieso machen. Dazu hätte ich einen kühlwasserwärmetauscher in den pöltank eingebaut um somit meine ESP und meine Injektoren vom ersten Tag an zu schonen.
das einzige was mich noch ein bisschen davon abhält ist die höhere Verbrennungstemperatur und somit eine höhere Temperatur des Zylinderkopfes. aber das würde dann bei fast jeden auto der fall sein, würde ich mal sagen.
Vlt kannsd du mir die frage no beantworten

Freundliche Grüße
Flo
Ölkonrad
Pöler
*
Beiträge: 1799


« Antworten #3 am: Januar 07, 2016, 10:08 Uhr »

Hallo,

der Tank braucht bei Frischen nicht vorgeheizt werden.
Das sind Ammenmärchen aus den Anfangstagen.
Schau dir Ricardos Umbau an.
Der hat über 400000km im Railer damit runter.
Lediglich eine kleine Vorwärmung vor dem Kraftstofffilter reicht.
Viele TDI Fahrer fahren mittlerweile ohne Vorwärmung.

Gruss
Konrad

Johannes Pröfrock
Pöler
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Beiträge: 661


« Antworten #4 am: Januar 07, 2016, 20:16 Uhr »

moin moin

also vorgewärmt wird das pöl eigendlich nur um es sinvoll durch die filter und leitungen zu bekommen. in der der pumpe wird es durch die verlustleistung erwärmt und in den düsen hat es die temperatur der düse. wegen der hohen verlustleistung nehmen viele railer den spritrücklauf als energiequelle um den vorlauf anzuwärmen;).
wie conrad schon sagte braucht mann ne vorwärmung nur bedingt. solange es flüssig ist reicht das eigendlich. mann sollte dann allerdings auch entsprechende leitungen fahren. unter 12 mm innendurchmesser wurd ich da nicht gehen. mit ner vorwärmung reicht halt ne kleinere.
was conrad nicht erwähnte ist, dass die leute ohne vorwärmung in der regel mit nem kgr fahren. auch der hat so seine tücken;).

vergiss deine bedenken mit der höheren verbrennungstemperatur. das ist ein diesel und kein benziener und selbst bei denen ist das nur unter bedingten vorraussetzungen ein problem.
natürlich erhöchst du durch die anpassungen die spitzendrücke und temperaturen. das machst du aber damit er ordentlich brennt und kommst in der teillast nicht ansatzweise in die regionen der volllast. mann muss also die einspritzung mit bedacht beeinflussen. wenn du den spritzbeginn einfach nur nur nach früh legst, hast du natürlich schäden wenn du ihm länger in die fresse trehten tust. es kann sich also lohnen, zu überprüfen ob bei hohen lasten der spritzbeginn noch auf den kennlinien ist.
das nächste womit du die verbrennung beeinflussen kannst, sind die düsen.

lass dich nicht bange machen, das ist alles kein hexenwerk und haben schon ganz andere leute geschaft.
solange du mit bedacht handelst und umrüstest bleibt dir auch ein übermäßig teures try and error erspart;).

ich würd allerdings nicht nur für 3 jahre umrüsten. es fängt nähmlich im wesendlichen alles von vorne an. du kannst natürlich viele sachen übernehmen, der teufel liegt jedoch im detay;).

gruß johannes
waldi
Pöler
*
Beiträge: 738


« Antworten #5 am: Januar 07, 2016, 21:30 Uhr »

Hallo Flo,

die erhöhten Verbrennungstemperaturen sind eigentlich keine höheren Verbrennungstemperaturen. Im Gegenteil, die eigentliche Verbrennung verläuft sogar kälter.
Das vermeintliche Problem besteht darin, dass die Verbrennung zu spät stattfindet, und nicht genügend entstehende thermische Energie in mechanische arbeit umgesetzt werden kann.
Und genau dort würde nämlich eine Kennfeldoptimierung ansetzen.
Aber Konrads Verweis auf Ricardo sollte Dir zeigen, dass zumindest das nicht wirklich ein Problem ist.
Der Toleranzbereich bei einer Verbrennungsmaschine ist recht groß. Killen wirst Du die Maschine damit alleine nicht.
Viel kritischer sind vergessenes Umschalten, oder das große DI-Problem schlechthin, dass zu wenig Kraftstoff verbrennt und ein Teil die Zylinderwand trifft um dann zwischen Kolben und Zylinder richtung Nassbereich zu wandern. Und dabei, je nach Betriebszustand die Kolbenringe zu verkleben. Klingt unglaubwürdig und nach Hausfrauengerücht, aber das ist wirklich der Fall.
Kann man aber was dagegen machen. Dein Fahrprofil legt nahe, dass Du von diesem Schiksal weitestgehend verschont bleiben dürftest.


Viele Grüße

Waldi
cloosglc
Pöler
*
Beiträge: 3


« Antworten #6 am: Januar 07, 2016, 22:22 Uhr »

Servus Leute,
Vielen dank schon mal für eure Antworten.
Die Beiträge von Ricardo hab ich mir schon durchgelesen und bin eig. Guter Dinge.
Also sollte wenn ich mich sauber an die regeln halte, keine großen Probleme mit der Umrüstung haben.

Nun nächste Woche gehts 4 Wochen nach England auf Montage und danach werd ich mich mal mit der praktischen Umrüstung (theoretisch bin ich ja schon um einiges wissensreicher) meines Ducatos widmen.
Vielen Dank schon mal.

Ihr werdert von mir wieder hören

Grüße Flo
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