Anfängerfragen

Pflanzenöl tanken hört sich technisch erst einmal schwierig an. Als Anfänger steht man vor vielen neuartigen Problemen die es zu lösen gilt.
Ist mein Fahrzeug geeignet dafür? Wo bekomme ich Pflanzenöl her? Was muß ich am Auto umbauen und welche Risiken gehe ich ein?
All das ist Thema in diesem Board. Stellt Eure Fragen und wir werden gemeinsam Antworten finden.

Rapsölpreis
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Autor Thema: PÖL für alten Wolf?  (Gelesen 6810 mal)
Handschweiß
Pöler
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Beiträge: 2


« am: November 15, 2012, 15:44 Uhr »

Hallo, ich bin neu hier.
Wir haben einen Mercedes 250GD "WOLF" ex-Bundeswehr, Typ W461, Baujahr 1991, Motor OM602 mit 92PS, 24-Volt-Bordnetz, ohne Turbo, ohne Elektronik, den wir viel im Wald einsetzen. Kilometerleistung ca. 5000/Jahr. Motor- und Fahrzeugzustand gut. Schrauberkenntnisse vorhanden. Standort Niederbayern. Macht es Sinn, auf PÖL umzustellen? Mit welchen Umstellkosten müßte ich rechnen? Gibt es evtl. Zuschüsse vom Forstamt?

Ölkonrad
Pöler
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Beiträge: 1799


« Antworten #1 am: November 15, 2012, 16:16 Uhr »

Hallo,

schönes Auto. Mache es nicht mit Pöl kaputt.

Lohnt nicht mit der Umrüstung bei den wenigen Kilometern.

Gruss
Konrad
Martin Klaus
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Wer Visionen hat,soll zum Arzt gehen.(H.Schm.)


« Antworten #2 am: November 15, 2012, 16:40 Uhr »

Hallo Nonamer.. Laughing Laughing Laughing

Prinzipiell ist ne Umrüstung immer sinnhaftig,auch und grad bei dem Modell.
Du solltest dich da an die Umrüstmethodik der Strassenmodelle aus gleichem Hause orientieren.
Modellbaureihen: W114/115
                      W123
                      W124
                      W140
Wenn du dich da durch die Fahrzeugdatenbank durchgearbeitet hast,extrahiere noch die konstruktiven Besonderheiten deines Fahrzeugs,und berücksichtige eine evtl zum Einbau vorgesehene Long-Range Tankanlage.
Zu deinem Wolf:
Orginal Wolf oder gepimpt??
Gaggenauer Lastgetriebe drin??
Wie sehen die Federaufnahmen aus??
Ex-KFOR??
Sperren existent??
Vorn,Mitte,Hinten??
Evtl auf ARB-Druckluftsperren nachrüsten??

Schöne Grüße

   Martin
Handschweiß
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« Antworten #3 am: November 15, 2012, 18:45 Uhr »

Danke, nett!
Orginal Wolf oder gepimpt?? Original aber umlackiert, einige Fehlteile ersetzt
Gaggenauer Lastgetriebe drin?? JA
Wie sehen die Federaufnahmen aus?? Ganz ok, auch die Stoßd-Aufnehmen, jetzt alles entrostet und konserviert.
Ex-KFOR?? nein, angeblich irgendeine Flak-Ausbildungseinheit
Sperren existent?? ja
Vorn,Mitte,Hinten?? vorn+hinten ; mitte ist starr zuschaltbar
Evtl auf ARB-Druckluftsperren nachrüsten?? nein, gehen noch gut.
Tüv gerade neu gemacht ohne Mängel. Springt an und läuft wie mein neuer BMW.
Manuel (ER)
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« Antworten #4 am: November 16, 2012, 00:03 Uhr »

Hallo,

wenn es darum geht Kraftstoffkosten zu sparen, lohnt sich der Pölbetrieb bei der geringen Kilometerleistung nie und nimmer. Außerdem ist ein Fahrprofil mit Kurzstrecken nicht gut bei Pflanzenölbetrieb. Wichtig ist das der Motor möglichst bei jeder Fahrt die meiste Zeit auf Betriebstemperatur arbeitet, dann funktioniert das mit dem Pölen auch langfristig. Wenn dem nicht so ist, kommt es schon mal vor das Kolbenringe verkleben : Motorschaden.

Ich denke Martin Klaus bezieht sich eher auf den Fall: Pölbetrieb weil man es halt kann, und nicht weil es sich wirtschaftlich rentieren würde Schubidu . . .

Zuschüsse gibt es gar keine, weil Pflanzenöl ist offiziell "überkompensiert" was die aktuell noch zum Teil geltende Ermäßigung der Energiesteuer betrifft (ehemalige Mineralölsteuer). Diese Ermäßigung wird demnächst entgültig abgeschafft. Agrardiesel für das Fahrzeug genehmigt zu bekommen denke ich wird einfacher sein Falls das gehen sollte.

Hin und wieder mal wasserfreie und gereinigte Fritöseabfall als Zumischung zu verwursten dürfte allerdings schon klappen Wink

Grüße,
Manuel
dumpf
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Beiträge: 137


« Antworten #5 am: November 25, 2012, 14:28 Uhr »

Bei 5000km/Jahr und vielleicht noch viel Kurzstrecke/Teillast wuerde ich Diesel fahren.
fritz_haarmann
Pöler
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Eßt Euer Gemüse!


« Antworten #6 am: November 29, 2012, 13:29 Uhr »

Moin, J! :-)

Hallo, ich bin neu hier.
Wir haben einen Mercedes 250GD "WOLF" ex-Bundeswehr, Typ W461, Baujahr 1991, Motor OM602 mit 92PS, 24-Volt-Bordnetz, ohne Turbo, ohne Elektronik, den wir viel im Wald einsetzen. Kilometerleistung ca. 5000/Jahr. Motor- und Fahrzeugzustand gut. Schrauberkenntnisse vorhanden. Standort Niederbayern. Macht es Sinn, auf PÖL umzustellen? Mit welchen Umstellkosten müßte ich rechnen? Gibt es evtl. Zuschüsse vom Forstamt?



Ach, ich wünschte, mein "Zivil-Wolf" wäre auch schon soweit.
Am 250D mußt du aus technischer Sicht am Motor nix umrüsten. Vorausgesetzt guter Zustand (sprich Kompression, Ventilspiel, Düsen nicht verschlissen).
Optimierungen, daß auch Normal-Diesel-Betrieb weiterhin möglich: Düsenöffnungsdruck erhöhen auf 135-140 bar, Förderbeginn auf Toleranzgrenze früh, eventuell dickere Kraftstoffvorlaufleitung verbauen, Tanksieb (?) regelmäßig reinigen, Ersatzkraftstoffvor- und Hauptfilter griffbereit mitführen.

Allerdings schließe ich mich meinen Vorrednern an, für Kurzstrecken ist das nicht geeignet. Wenn Du prinzipiell nur wenig fährst ist das nicht schlimm, das Wenige aber sollte aber immer keine Kurzstrecke sein und der MOtor immer längere Zeit Betriebstemperatur haben.


PS. Du hast nicht noch einen Satz Wolf-Stahlfelgen oder auch ein paar einzelne übrig?


Viele Grüße,






Martin Klaus
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Wer Visionen hat,soll zum Arzt gehen.(H.Schm.)


« Antworten #7 am: November 29, 2012, 17:18 Uhr »

Hallo Leute Wink Wink


Die Umrüstsituation als solches ist den PKW-Modellen gleich zu setzen.
Wobei ich schon auf ein höheres Drehzahlniveau aufgrund kürzerer Einzel- und auch Gesamtübersetzungen erkenne.
Dieser Umstand könnte den Pölbetrieb begünstigen,erreiche ich doch erheblich eher die Betriebstemperatur..
Ob sich in dem Tank ein den PKW-Modellen analoges Tanksieb befindet vermag ich nicht zu sagen,sollte aber zu ermitteln sein.
Die Geschichte mit der Druck- und FB-Anpassung ist wohl schon von religiösen Zügen behaftet..
Man muß dran glauben...
Ich halte diese den Mitteldruck massiv erhöhenden funktionellen s.g. Anpassungen mindestens für diskussionswürdig.
Eine möglichst dicke Vorlaufleitung ist immer zweckmässig.
12 mm ID sollte alle Situationen abdecken...
Zusätzlich könnte über eine s.g. Long-Range-Tankanlage nachgedacht werden...
Diese infrastrukturelle Modifikation ist auf vielfältige Weise verwendungsfähig,deren Extraktion ich dem geneigten Leser überlasse.
Wenn das jeweilige Modell eine Off-Frame-Instandsetzung erfahren sollte,ergeben sich da regelmässig noch ganz andere Möglichkeiten...
Neben vielfältigen Möglichkeiten der strukturellen Optimierung auch und grad im Rahmenbereich lässt sich dann auch die Kraftstoff-Infrastruktur auf einzigartige Weise gestalten.


Schöne Grüße

  Martin


fritz_haarmann
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Eßt Euer Gemüse!


« Antworten #8 am: Dezember 06, 2012, 15:15 Uhr »

Hallo, Martin!


Die Geschichte mit der Druck- und FB-Anpassung ist wohl schon von religiösen Zügen behaftet..
Man muß dran glauben...
Ich halte diese den Mitteldruck massiv erhöhenden funktionellen s.g. Anpassungen mindestens für diskussionswürdig.
Eine möglichst dicke Vorlaufleitung ist immer zweckmässig.
12 mm ID sollte alle Situationen abdecken...

Mit genauen Meßwerten kann ich zwar nicht dienen, aber an meinem Fahrzeug hat es was gebracht. Mit den alten Düsen, dem alten Förderbeginn und dem alten Düsenöffnungsdruck ist der Motor auch bei +10°C im ausgekühlten Zustand nicht angesprungen, sondern nur mit "Startpilot". Zu diesem Zeitpunkt waren bereits die Schnellglühkerzen anstelle der alten Wendelglühkerzen sowie eine dicke Kraftstoff(Vorlauf)leitung verbaut.

Nachdem dann, in einem Arbeitsgang, die Düsen gegen neue mit erhöhtem Öffnungsdruck getauscht und auf Förderbigenn Toleranzgrenze früh verstellt wurde, ist auch ein Kaltstart bei +5°C noch mit 100% Rapsöl (neu) möglich. Ob es letztendlich NUR an den neuen Düsen, NUR am Förderbeginn oder NUR am Düsenöffnungsdruck liegt, kann ich daher nicht sagen.

Allerdings ist das Anspringen mit 100% Rapsöl auch bei +3°C im Moment kein allzufreudiges Ereignis sondern Materialquälend. Werde in den nächsten Tagen das Ventilspiel noch mal einstellen und dann wieder, über die kalte Jahreszeit, auf Diesel-Mischung umsteigen (siehe auch mein anderes Thema dazu).


Aber zurück zu Jochens G:
Ich denke, daß sich ein 250GD (oder 240 und 300GD) noch bestens für PÖLbetrieb eignet - siehe auch die Seiten von Hans Hehl sowie die allgemeinen Erfahrungen mit den Motoen (OM615), OM616, OM617 und OM603 (heißt so der 300D aus dem W124?) und 606. Deine Überlegung mit der "höheren Drehzahl", die eigens noch dafür spricht, sehe ich genauso. Sämtlich alle Motoren, die in den oben bezeichneten Gs verbaut wurden, sind ja schon die stärkeren Versionen aus dem W123 und bereits mit vorstrahlenden Düsen (nein, nicht welchen die nur rein pinkeln) ausgestattet (im Gegensatz zu meinen alten Versionen aus dem W115), sodaß daher vielleicht gar nix weiteres nötig ist, was Öffnungsdruck und Förderbeginn betrifft. Wobei ein eher früher Förderbeginn prinzipiell nicht schaden dürfte. Der Grund des höheren DÖD ist ja die theoretisch bessere Zerstäubung und somit besseres Zündverhlaten.


Viele Grüße,
Oli
Martin Klaus
Pöler
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Wer Visionen hat,soll zum Arzt gehen.(H.Schm.)


« Antworten #9 am: Dezember 07, 2012, 05:57 Uhr »

Moin Oli Wink Wink

Sag mal,das von dir v.g. Starverhalten bezog sich auf Dino als Betriebsstoff oder auf Pöl???
Ich hoffe,das sich die Systemproblematik auf  Pöl bezog,aber selbst dann ist da wohl ne massive innermotorische Verschleißbehaftung erkennbar..
Vergleichsmodell:
W124 Motornummer 605911 bei -1 Grad ohne Vorglühen mit etwas längerem "Orgeln(10-15 Sekunden)" gestartet.
100% Raps inside..
Völlig erledigte Düsen sind imho der Hauptgrund für mieses Startverhalten,die andern Wirkkomponenten zeigen imho im Fahrbetrieb relevante Wirkung.
Allerdings sollte der Motor mit vernünftiger,durchaus serieller Einstellung und vernünftigen Düsen bei -10 Grad mit  100%Pöl adäquat starten.
Wenn du bereits bei +3 Grad Probleme Hast,so ist da mit Sicherheit nicht nur das Ventilspiel massiv im Argen..
Stichworte:
Steuerzeiten????
Kompression???

@Jochen G:

HH hat nen 240er G
Ist nen 616er Motor.
615-200D
616-240D
617-300D
The next Generation:
601-200D
602-250D
603-300D
The next Generation EVO:
604-200D
605-250D
606-300D
Merke:
Ein 616er stammt noch aus der W114/115er Baureihe und wurde wie die anderen 61X auch im W123 verbaut...
Die 60X-Baureihe ist ne komplett neue Motorkonzeption..
Wurde für den W124er konzipiert.
Ok,ist beides nen Diesel,und kommt aus dem gleichen Haus,aber ansonsten...
Über die jeweiligen konstruktiven Spielarten,s.h., ob mit oder ohne Turbolader,ob mit oder ohne Automatikgetriebe mag ich mich nicht auslassen,das würde den Rahmen sprengen...
Es sind eh minimalinvasive Modifikationen,die das konstruktive Grundkonzept aber nicht berühren.

Schön Grüße

  Martin
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