Anfängerfragen

Pflanzenöl tanken hört sich technisch erst einmal schwierig an. Als Anfänger steht man vor vielen neuartigen Problemen die es zu lösen gilt.
Ist mein Fahrzeug geeignet dafür? Wo bekomme ich Pflanzenöl her? Was muß ich am Auto umbauen und welche Risiken gehe ich ein?
All das ist Thema in diesem Board. Stellt Eure Fragen und wir werden gemeinsam Antworten finden.

Rapsölpreis
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Autor Thema: Kleine Vorstellung und Fragen zur Altpölfiltrierung sowie Beimischung bei Kälte  (Gelesen 11929 mal)
fritz_haarmann
Pöler
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Beiträge: 55

Eßt Euer Gemüse!


« am: November 25, 2012, 13:49 Uhr »

Hallo, Forumsgemeinde!

Aus der Mercedes ( /8 und G ) - Schrauberecke bin ich über ein paar "Umwege" auch auf dieses Forum gestoßen.
Neben dem Familienfahzrzeug fahre ich auch einen Oldtimer (W115D "/8" [lies strich-acht] mit OM616, also einen 240D). In Sachen PÖLerei bin ich eigentlich Anfänger, beschäftige mich aktiv seit einem halben Jahr damit. "Schrauber", weil ich eigentlich fast immer alte Mercedes gefahren bin, und mir im Jahr 2011 einen nahezu schrottreifen /8er wieder hergerichtet habe und dies auch noch mit einem bereits vorhandenen 300GD, ledier nur "kurz", vor habe.

Am Fahrzeug wurden (auch mithilfe von Wolfi von Dieselcoupe) eininge kleinere Änderungen druchgeführt, sprich neue Düsen mit Vorstrahl, Öffnungsdruck auf 135 bar erhöht sowie Förderbeginn auf Toleranzgrenze früh gestellt, Vorförderpumpe überarbeitet usw. Weiter habe ich noch eine neue Kunststoff-Kraftstoff-Vorlaufleitung (Innendurchmesser 10 mm) vom Tank hinten bis nach vorne gelegt sowie die alten Wendelglühkerzen (Reihenschaltung) gegen Schnellglühkerzen getauscht. Keine Wärmetauscher, keine Zusatztanks etc.
Nach kleineren Rückschlägen und PÖl-Spuren läuft die Sache seit einiger Zeit auch dauerbetriebsfähig rund, es kann sowohl 100% Diesel aus der Tanke als auch 100% Rapsöl gefahren werden - oder auch irgend was dazwischen. Gelegentlich -aber das ist leider keine unversiegbare Quelle- komm ich auch an frisches Rapsöl.

Nun geht's um die Kraftstoffversorgung. Und um die kalte Jahreszeit.
Habe hier zwar schon die Suchfunktion gequält, aber irgend wie bin ich noch auf keine befriedigenden Antworten gekommen.

Erstens: Beimischung bei Kälte

Rapsöl bleibt bekanntlich auch bei kalten Temperaturen flüssig und zündet einigermaßen. Wenn's Minusgrade hat, wird eben ein gewisser Prozentsatz Diesel zugemischt bzw. in den Wochen der größten Kälte ab -5°C oder -10°C notfalls auch pur Diesel gefahren.

Nun tat sich für mich eine Quelle auf, von welcher ich -ebenfalls nur gelegentlich- gebrauchtes, relativ sauberes Fritieröl bekomme. Eine kleine Filteranlage nach dem Prinzip der MONOPOEL-Seite habe ich mir (allrdings in kleineren Abmessungen) gebaut, die Filtrierung klappt (zum Leidwesen meines geliebten Weibes) im warmen Heizkeller gut.

Fritieröl besteht allerdings fast ausschließlich aus (für Lebensmittel prinzipiell wesentlich besser geeignetem) Sonnenblumenöl, was allerdings den Nachteil hat, daß es unterhalb ca. +5°C mehr oder weniger streichfähig wird, aber nicht mehr fließt.

Man kann sich da bekanntlich Abhilfe schaffen, indem hier ein bestimmter Teil Diesel (Winterdiesel?) oder Benzin beigemischt wird. Aber wieviel?
Welchen Benzinanteil (oder Dieselanteil) mischt Ihr Eurem Nicht-Rapsöl bei? Und bis zu welcher tiefsten Temperatur ist das Ganze dann verwendbar? Ab wann tankt Ihr reinen Diesel oder nur noch Rapsöl?

Wie ist das Verhältnis der Entmischung? Wie lange bleibt im ruhigen, unbewegten Tank das Benzin-PÖL-Gemisch (oder Diesel-PÖL-Gemisch) gemisch, bis sich die unterschiedlichen Stoffe wieder absetzen?

Wie sind denn Eure Erfahrungen?

Zweitens: Filtern von gebrauchtem Fritieröl - dicke und dünne Fraktionen

Den besagten Filter nach diesem Prinzip habe ich vor ein paar Monaten, als noch halbwegs Sommer war, schon gebastelt. Erst dieser Tage erhielt ich meine erste Ladung gebrauchten Fritieröls (kein Rapsöl), und diese wollte ich auch gleich verfiltern. Da es aber nur um die +5°C hatte, wurde das Öl im Filter zu Pudding (der Filter stand im Freien unter einem Dachvorsprung) und der Durchsatz war natürlich null. Also den Pudding wieder rausgeschöpft und, wie schon erwähnt zum Leidwesen meines geliebten Weibes ("...diese Sauerei da..."), den ganzen Kladderadatsch in den warmen (ca. +25°C) Heizkeller verbracht. Da läuft das Öl schön fein säuberlich durch, und rötlich klares Öl kommt zum Vorschein, das nicht mal mehr großartig nach Friteuse riecht.

Aber nun stellt sich heraus, daß sich in meinem Ölfäßchen 2 Fraktionen bilden. Unten setzt sich dicker flüssiges, weißliches Öl ab, und oben schwimmt das schöne rötlich-klare (auch im Eimer im warmen Heizkeller).

Das dickerflüssige habe ich noch nicht verarbeitet, ich habe es auch noch nicht durch den Filter gelassen. Was ist das für dickeres Öl? Laut meines "Lieferanten" ist alles Fritieröl, kein Fett usw, und kein tierisches Fett. Sie fritieren damit nur Gebäck.

Kann das dicke Öl durch den gleichen Filter? Läuft das durch?
Bei Ruhe setzt es sich nach kurzer Zeit unten ab.
Kann das wie das normale Öl vertankt werden? Inwieweit wird das bei Kälte noch dicker bzw. kann das genauso mit Benzin oder Diesel verdünnt werden?

Oder würdet Ihr das dicker flüssige nicht verwenden und abgeben/entsorgen?

Fragen über Fragen...


Viele Grüße,
Oli.

dumpf
Pöler
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Beiträge: 137


« Antworten #1 am: November 25, 2012, 14:23 Uhr »

Hallo Oli.,

Zuerst mal: Sei gegruesst!

Dann
Zitat
Fritieröl besteht allerdings fast ausschließlich aus (für Lebensmittel prinzipiell wesentlich besser geeignetem) Sonnenblumenöl
mag fuer Dein spezielles Oel gelten, glaub ich aber auch bei Dir nicht sonst haettest Du keine
verschiedenen Schichten.
Palm, Raps, Soja und einiges mehr eignet sich alles zum Frittieren.
Oel und Fett ist ein gleitender Uebergang: Je kalt desto Fett.
Fazit: je "Fett" desto Sommer, je "Oel" desto Winter.
Loest sich automatisch wenn man von oben abnimmt und aufhoert zu filtern sobald es fett wird.
Verfahren kannst Du in den genannten Motorer wohl alles solange es pumpbar ist,
und mit Zweitank ist auch Saeure und Wasser etc kein Problem
da es nie in der Einspritzanlage rumsteht.

Ich selber fahre OM617 und OM602 mit Altoel viel Soja, wenig Raps, minimal Palm, Olive etc
habe mit Vlies&Co ein paar mal rumgeferkelt, seit 130000km
filtere ich mit Kerzenfiltern und seitdem isses einigermassen Sauereifrei.

Weiterhin viel Spass

dumpf
fritz_haarmann
Pöler
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Beiträge: 55

Eßt Euer Gemüse!


« Antworten #2 am: November 25, 2012, 15:04 Uhr »

Hallo, Dumpf!

Vielen Dank für Deine dumpfe -äääh pardon, schnelle Antwort!  Laughing Freut mich, so schnell auf neudeutsch ausgedrückt "Feedback" zu bekommen. Meinst Du, das dicke Öl läuft auch durch den Filter bei den vorhandenen 25°C? Dann werde ich das nämlich auch durchfiltern und für den Sommer auf die Seite stellen, und jetzt im Winter nur das dünne Öl verwenden.

Ich habe aber nur ein EINtanksystem im /8er. Der "Wolf", ebenfalls mit OM617, soll, wenn er mal fertig gestellt ist, auch nur ein EINTANKsystem behalten.

Dann bleibt aber noch die Sache mit der "dünnen Fraktion". Auch dies wird Pudding unter +5°C. Was und wieviel beimischen, daß es halbwegs wintertauglich ist?
Ganz hardcorewinterfähig muß es nicht sein, bei Schnee und vor allem Salz fahre ich mit dem /8er nicht (Rostanfälligkeit- Salzempfindlichkeit), und bei trockenen -10 oder mehr Minus-Graden kann ich dann auch mal reinen Diesel tanken - soooo lange dauert die Saison ja auch wieder nicht.
Aber auch hier die Problematik des Resttankinhaltes, den ich nicht unbedingt ablassen will, wenn's Minusgrade gibt.


Daher frage ich nach den Erfahrungswerten!


Viele Grüße,
Oli.



Martin Klaus
Pöler
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Beiträge: 2524

Wer Visionen hat,soll zum Arzt gehen.(H.Schm.)


« Antworten #3 am: November 25, 2012, 15:27 Uhr »

Hallo Leute Wink Wink

Benzinbeimischungen,gleich welcher Menge führen (fast) immer zur Dampfblasenbildung im Gemisch und somit Laufstörungen bis zur Unfahrbarkeit.
Habe da bereits reichlich Erfahrungen gemacht.
Wenn,dann Dino-Beimischungen bis ca 20 %,diese Quote sollte die Wintertauglichkeit wieder herstellten.

@F.H.:
  Nen anderer Nick hätte dir besser zu Gesicht gestanden,und mit dieser Auffassung stehe ich sicherlich nicht allein da..
  Schon ziemlich geschmacklos,denke ich..

Schöne Grüße

    Martin
Manuel (ER)
Pöler
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Beiträge: 251


« Antworten #4 am: November 25, 2012, 15:31 Uhr »

Hi,

wenn dein Kraftstoff fest wird dann brauchst du einen Fettumbau, bei dem vom Tank bis zum Motor alles lückenlos beheizt ist. Das geht natürlich nur im "n" Tank (mit "n" größer oder gleich 2), wo mindestens ein Tank was flüssiges enthält.

Wenn du Nervenkitzel brauchst, dann fahr halt einfach so mit dem festem Stoff Wink OK, das ist a weng frech, aber ich denke du verstehst was gemeint ist.

Grüße,
Manuel
Johannes Pröfrock
Pöler
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Beiträge: 661


« Antworten #5 am: November 25, 2012, 15:40 Uhr »

moin moin

wenn es flüssig wird läuft es auch durch den filter und wenn du das bei tiefen temperaturen verfahren willst, wirst du um nen wt nicht herumkommen.
solange deine sauce pumpfähig und dein triebwerk in nem passablen zustand ist geht das auch ohne beimischung im eintank. die frage ist halt ob das eisenschwein genug wärme liefert bevor der filter ganz zu ist.
wenn er warm ist, ist alles gut, außer dein termostat ist im arsch und du fährst bei -10°c mit 120 km/h über die bahn.
da kriegst du dann große augen wenn der tank eingefroren ist Shocked Schubidu . . ..

benzin würd ich nicht zumischen (viel zu teuer), diesel reicht da völlig aus.

gruß johannes
Strichachtpöler
Pöler
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Beiträge: 292


« Antworten #6 am: November 25, 2012, 16:37 Uhr »

Moin Birgit, äh Oli....  Wink Wink


Schön, das du auch in dieses Forum gefunden hast. Merk dir schon einmal Pfingsten in Meisenheim vor, dann kannst du einige von den lustigen Gestalten hier aus dem Forum auch schon mal in Natura erleben. Es lohnt sich...



pölige Grüße aus dem Münsterland
Jörg
aumag
Pöler
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Beiträge: 389

"Hängt die Schwätzer neben die Erkenntnis."M.Twain


« Antworten #7 am: November 25, 2012, 21:31 Uhr »

Moin Maddin,
ein gutes Haar für Haarmann.

Das gute A, das gute A.

http://www.myvideo.de/wat...aggles_und_die_muellhalde

Gruß
aumag
Ölkonrad
Pöler
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Beiträge: 1799


« Antworten #8 am: November 25, 2012, 21:45 Uhr »

Hallo,

schon merkwürdig. Da macht einer im Keller bei +25° Sauerei und wundert sich,
daß es bei 0° fest wird.
Schon mal überlegt, im Kalten zu filtern und es dann in den Keller zu bringen?
Die reste dann im Sommer filtern.
Sonnenblumenöl bleibt bis -20° flüssig.

Herzlich willkommen.

Gruss
Konrad
fritz_haarmann
Pöler
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Beiträge: 55

Eßt Euer Gemüse!


« Antworten #9 am: November 28, 2012, 15:31 Uhr »

Hallo, allerseits!

Abermals Dank für die zahlreichen Antworten. Das Angebot zu Pfingsten nach Meisenheim werd ich diesmal -nachdem zum vergangenen Pfingsten keine Zeit war- gerne mal annehmen und mich umschauen!

Was dick- und dünnflüssig und Kälte / Nichtkälte betrifft, kam meine Frage vielleicht etwas unverständlich rüber.

Also, was das kürzlich erhaltene gebrauchte PÖL betrifft:
Bei um die +10°C bildeten sich im Faß zwei Fraktionen. Unten eine dickerfüssige, oben eine dünnflüssige. Ich habe das dünne erstmal abgesaugt und in den Filter gelassen - es stand noch im Freien. Nun wurde es aber etwas kälter, und das rötliche, dünnflüssige wurde puddingmäßig dick und lief nicht durch den Filter. Daher der Heizkeller. Da lief es sofort wieder schön dünn, dieses Öl behalte ich natürlich auf Vorrat für das Frühjahr/Sommer, wenn die Temperaturen dauerhaft über ich sag mal +5°C sind.

Jetzt gibts da noch das dickflüssigere, das auch im warmen Heizkeller dickflüssiger bleibt. Die andere Fraktion eben. Da hier bisher niemand so recht drauf antworten konnte, werde ich hier mal einiges an Versuchen mit Dieselbeimischungen in Versuchsgläsern machen, und diese einfach mal im Freien stehen lassen um zu sehen.

Von Benzin wurde hier ja abgeraten. Aber welchen Diesel? Sommerdiesel oder Winterdiesel von den Tankstellen? Oder sch...egal? (Wird an den Tränken überhaupt noch zu den Jahreszeiten unterschieden  oder ist es immer "Winter"?)

Was mach ich mit dem dicker flüssigeren, wie krieg ich das dünner oder sogar wintertauglich? Zweitanksystem im Fahrzeug scheidet aus, hab ich nicht. Also auch kein beheizter Tank usw.

Bei "Hardcorewintertemperaturen" unter -5°C muß ich nicht unbedingt fahren, oder ich kann dann auch rein Diesel oder Diesel/Raps mischen.

Sonnenblumenöl: Damit habe ich noch keine Erfahrung und dachte, daß es unter 0°C dick würde.

@Jörg: Über die Sache mit Deiner Heizung müssen wir uns auch mal noch unterhalten


Viele Grüße,
Oli ( Fritz Birgit ... :-) usw)

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